Indie Games,  Spieletests

The White Door – Eintauchen in die Psyche

The White Door – Indie Game erscheint zur richtigen Zeit

Bei Steam lohnt es sich immer, einen Blick in die aktuellen Neuerscheinungen zu werfen. Man gewinnt nicht nur einen guten Überblick, welche Genres gerade im Trend sind, sondern kann auch den ein oder anderen fabelhaften Indie Titel entdecken. Jetzt, Anfang Januar 2020, ist bei den Game Releases eher Flaute angesagt, da die großen Publisher ihre AAA-Titel noch vor dem großen Weihnachtsgeschäft auf den Markt gebracht haben. Ein idealer Zeitpunkt, um sich mit kleinen Indie Games zu beschäftigen.

Auf meiner Liste tauchte diese Woche The White Door der Entwickler Rusty Lake und Publisher Second Maze auf. Ein minimalistisch anmutendes Rätselspiel. Für gerade einmal 3€ landete der Titel auch schnell im Warenkorb, die äußerst positiven Bewertungen waren ebenfalls vielversprechend. Zudem ist Entwickler Rusty Lake durch Rusty Lake Hotel und Rusty Lake Paradise für zwei extrem gute Puzzler bekannt.

Alltag in der Psychatrie

Wir stecken in der Haut von Robert Hill, einem Insassen einer psychatrischen Anstalt. Zuerst ist uns dieser Umstand nicht bewusst, doch nach und nach müssen wir einem festgelegten Tagesplan folgen und werden von Pflegerinnen und Ärzten besucht. Auf dem Servierwagen für das Abendessen findet sich jeden Tag eine Pille.

Wir erfahren etwas über Roberts Leidensweg, der ihn in diesen abgesperrten Raum gebracht hat, denn nachts fängt er zu träumen an.

Doch irgendetwas scheint absolut nicht normal. Robert kann sich nicht mehr klar an die Geschehnisse erinnern, die ihn unter psychatrische Aufsicht gebracht haben. Auch die psychatrische Behandlung wirkt erzwungen und nicht freiwillig. Da bleibt nur eines – die Flucht aus dem Gefängnis. Dazu müssen eine enorme Anzahl an Rätseln gelöst werden.

Raten bis die Birne qualmt

Die Puzzles beginnen sehr simpel. Einem Tagesablauf folgen und dadurch die Steuerung kennenlernen. Erste Herausforderungen finden sich im täglichen Gedächtnistraining.

Doch bald beginnen diese Rätsel kompliziert zu werden. Sie bauen auf Erinnerungen an frühere Ereignisse im Spiel auf, basieren auf Kombinatorik oder setzen auf die Vorstellungskraft des Spielers. Manche Rätsel sind auch an Kombinationen angelehnt, die für reale psychologische Tests, wie Intelligenztests oder Demenztests, verwendet werden.

Viele Symbole sind quer durch Roberts Alltag verteilt und müssen erst einmal aufgespürt werden, bevor sie in Rätseln eingesetzt werden können.

Wiederspielwert

Obwohl das Spiel meinerseits durchgespielt ist, habe ich in meinem Durchlauf gerade einmal 3 Achievements freigeschalten. Es gibt also noch viel mehr zu entdecken! Das Ende ist ebenfalls nicht vorherbestimmt, sondern alternative Storyendungen können erreicht werden.

Daher hat das Spiel für mindestens zwei Durchläufe Potential, wenn man scharf darauf ist, alle Geheimnisse im Game aufzudecken und ein anderes Ende zu bekommen.

Insgesamt bietet der kurze Titel etwa 3-4 Stunden Spielspaß.

 

Bewertung

Die äußerst positiven Steam Bewertungen sind auch für mich absolut gerechtfertigt!

Das Game war trotz (oder sogar vor allem wegen) seiner minimalistischen Gestaltung extrem fesselnd. Die Rätsel begannen einfach und wurden immer kniffliger. Das machte richtig Spaß! Kaum angefangen, saß ich über 2 Stunden an dem Spiel um die Story von Protagonist Robert nachzuvollziehen und hoffte auf ein gutes Ende.

Gesamt betrachtet wirkte das Design sehr stimmig. Vielleicht hätten Protagonisten noch etwas weniger grob und grantig gezeichnet werden können, dennoch wirkte der verwendetet Stil und die Abwechslung zwischen Farbe und schwarz/weiß rund und verpasste dem Game eine besondere Atmosphäre.

Äußerst positiv empfand ich die Musik während des Rätselns. Von beklemmenden Klängen im abgesperrten Raum bis hin zu melancholischen Klaviermelodien wurden alle Szenen optimal untermalt.

Die Steuerung ist sehr intuitiv und einfach. Man arbeitet vor allem mit der Maus – ziehen, schieben, ausmalen, klicken.

Richtig innovativ ist der Rätselspaß nicht, dennoch waren einige sehr knifflige Sachen dabei, die man nicht nach Schema F lösen könnte. Als Spieler war man an den letzten Tagen ganz schön gefordert und wollte unbedingt dran bleiben.

The White Door hat geringe Anforderungen an die Hardware und dürfte auf jedem gängigen System laufen.

Spielspaß
Grafik / Design
Musik
Steuerung
Innovation
Story
Reicht niedrige Hardware?
Durchschnitt:
.

Bildquellen:

Eigene Screenshots aus dem Game

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