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Stoneshard – wer nicht schläft sieht oft den Startbildschirm

Stoneshard ist ein Game, das von vorne bis hinten nostalgische Gefühle weckt. Es ist nicht nur ein RPG in Pixelart, sondern hat auch Spielmechanismen, die stark an frühere Games erinnern. Vor allem der immer präsente Tod. Dennoch schnellte das Early Access Spiel schon kurz nach Release ganz oben auf die Liste der Steam Verkaufsschlager. Warum das so ist, haben wir uns selbst angeschaut.

Stoneshard – Prolog
Ein Held – Eine Taverne

In Stoneshard beginnt man zunächst mit einem Prolog. Dieser fungiert als integriertes Tutorial und soll den Spieler mit der Steuerung und der Story vertraut machen. Leider ist er nicht als solcher gekennzeichnet, sodass der ganze schöne Loot am Ende des Prologs einfach futsch ist. Dennoch kann der Spieler während des Tutorials alle Waffenarten, sowie Magie ausprobieren. So fällt es anschließend leichter, sich für eine Charakterklasse zu entscheiden.

Unser Abenteuer beginnt in einer Taverne. Verren, der spielbare Charakter aus dem Prolog, erzählt uns von seinem Erlebnis mit dem Stoneshard. Wir können aus bisher vier verschiedenen, vorkonfigurierten Helden wählen: Ein Nahkampf Berserker, eine Ritterin mit Schwertern, einem bogenschießenden Waldläufer und einem Magier. In der laufenden Entwicklung wird es auch die Option geben, selbst einen Charakter zu konfigurieren.

Stoneshard – Inventar
Schlafen – Wandern – Kämpfen

Schon kurz danach geht es in typischer RPG Manier weiter. Wir holen uns beim Dorfältesten Quests ab und bekommen im Anschluss hoffentlich eine ansehnliche Belohnung und etwas Reputation oben drauf. Nun gibt es in Stoneshard aber einen besonderen Mechanismus, der den Quests die nötige Würze verleiht. Es gibt keine Möglichkeit selbst zu speichern. Der Spielstand wird nur gesichert, wenn in der Taverne oder einem zugänglichen Bett (derzeit in Banditenlagern) genächtigt wird. Das bedeutet: Vergeigt der Held einen Kampf geht die gesamte Reise ab dem letzten Schlafpunkt wieder von vorn los. Beim Permadeath Modus ist jeglicher Fortschritt weg.

Die Welt in Stoneshard ist für jeden Spieler zufällig generiert. Sie ist in Quadranten aufgeteilt. Diese sind entweder Wälder, Steppen oder Tundra. Auf diesen Feldern können sich wiederum Points of Interest befinden, oder Questorte. Nebenbei gibt es versteckte Plätze, wie die Hütte der Hexe, die auf keiner Karte verzeichnet sind. Ebenfalls zufällig generiert sind die Encounter und Dungeons. In den Wäldern lauern leichte Beute wie Hase und Fuchs, anspruchsvolle Wölfe und tödliche Bären.

Stoneshard – Map

Manchmal sind Wegelagerer an den Straßen zu finden, die sich gerne an fremden Gold bereichern wollen. Sollte man sterben, werden diese Encounter und der Dungeonaufbau neu gewürfelt. So ergibt sich die zusätzliche Schwierigkeit, dass man nicht auf bekannte Schemata setzen kann, sondern jedesmal vor einer neuen Herausforderung steht.

Die Fortbewegung und der Kampf sind rundenbasiert. Die Zeit läuft nur, wenn der Held ebenfalls in Bewegung ist. Im Gefecht ist eine Aktion pro Runde möglich. Entweder einen Schritt machen, eine Fertigkeit einsetzen, etwas aufheben, ein normaler Angriff oder Aussetzen (durch Rufen).

Jeder Held hat die Möglichkeit, Fertigkeiten einem Baum entlang zu erlernen. Für manche ist vorher die Lektüre eines Fertigkeitenbuches nötig. Das ist abhängig davon, welche Klasse zu Beginn gewählt wurde. Bisher sind diese Fertigkeitsbäume aber sehr übersichtlich und enthalten wenige aktive und passive Optionen.

Stoneshard – Einkaufen auf dem Markt
Shopping!

Ein richtig erfüllender Punkt in Stoneshard ist der mannigfaltige Loot. Egal ob man Tierpelze aus dem Wald oder Geschmeide aus der Gruft an die Verkäufer vertickt, das klimpernde Gold im Beutel ist schnell wieder für neue Ausrüstung ausgegeben. Theoretisch kann jeder Held alle Waffen und Rüstungen nutzen. Es gibt einen Waffenhändler, der zusätzlich noch schwere Rüstung anbietet, einen Schneider für Stoff und Leder und einen Kräuterheiler bei dem wertvolle Bandagen, Salben und Schienen im Angebot sind.

Auf dem Marktplatz werden Speisen feilgeboten. Ebenso hat sich ein Antiquitätenhändler niedergelassen, der gute Preise für Gerümpel aus den Dungeons zahlt.

Besonders interessant sind aber Schriftrollen. Diese können entweder einen Gegenstand identifizieren, verzaubern oder entzaubern. Mit zweiterer Möglichkeit kann so relativ kostengünstig die Anfängerausrüstung aufgewertet werden. Entzauberung ist bei verfluchten Gegenständen notwendig, die anderweitig sonst negative Boni haben.

Stoneshard – Verirrt im Wald
Bewertung

Obwohl die Frustrationsgrenze recht oft erreicht wird, hat Stoneshard richtig Spaß gemacht. Der Hype auf Steam ist so absolut nachvollziehbar.

Man hatte manchmal das Gefühl, dass wenn ein Dungeon erstaunlich gut gelaufen ist, die Wahrscheinlichkeit auf dem Rückweg zur Taverne von einem tödlichen Bär überrascht zu werden, gestiegen ist. Als ob ein fieser Random-Faktor mit eingebaut ist. Immer genug Medizin und Alkohol dabei zu haben wird so zur wichtigen Aufgabe. Nur ist dann viel weniger Platz für den lukrativen Loot aus den Dungeons…

Wenn die Ausrüstung einmal gut verzaubert und aufgewertet ist, werden die Feinde spürbar einfacher. Hier wird in Zukunft eine bessere Skalierung notwendig sein, um den Schwierigkeitsgrad zu halten.

Die Pixelart Grafik hat wunderbar zum Spiel gepasst. Mit den verschiedenen Tageszeiten ist das Design auch stimmig geglückt.

Musikalisch lässt sich bestimmt noch mehr tun. Bisher gibt es grundlegende Ambient Sounds, Danger State Musik für den Kampf und kürzere Melodien. Die Sprachparts sind nicht vertont.

Insgesamt ist Stoneshard als Early Access Spiel äußerst vielversprechend und bietet allein mit dem derzeitigen Inhalt viele Stunden Spielspaß. Für knapp unter 15€ zählt das Game zu den günstigeren Titel und ist sein Geld absolut wert.

Spielspaß
Grafik / Design
Musik
Steuerung
Innovation
Story
Reicht niedrige Hardware?
Durchschnitt:

Stoneshard – Händler

 

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