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Survive the Blackout – textbasiertes Endzeit Indiegame

Survive the Blackout ist ein kurzes Indie-Game in minimalistischer Pixel Grafik, das am 06.02.2020 auf Steam erschienen ist. Entwickelt wurde es vom polnischen Studio Baby Bison Games und ist bisher deren erstes Werk auf der Plattform.

Werfen wir einen Blick auf das düstere Endzeit Game.

Licht am Ende des Tunnels

Die Welt wurde von einem großen Blackout erfasst. Jegliche Technik, Elektrizität oder Mobilität ist Vergangenheit. Die übrigen Menschen wandern hilflos umher, um Vorräte zu hamstern,  einen neuen Sinn in ihrem Leben zu finden, oder andere um ihre Habseligkeiten zu bringen. Eine Gruppe von Überlebenden schließt sich zusammen, um zu einem mysteriösen Licht am Horizont zu wandern. Dies scheint die einzige Hoffnung für das Leben in der Zukunft zu sein.

Die Story ist der Kern

Survive the Blackout ist ein 2D-Storygame, das vor allem textbasiert ist. Die Pixel-Art Szenen untermalen die Geschichte gut mit ihrer finsteren Aura. Passend dazu spielen verschiedene, schaurige Soundtracks. Dies vermittelt die Endzeitstimmung ziemlich treffend. Vertont sind leider nur die ersten Texte in der Einleitung.

Die Gruppe aus Überlebenden besteht zu Beginn aus 3 Mitgliedern, die allerdings vorgegeben sind. Es lässt sich jeweils nur der Gruppenleiter auswählen, dem dann bestimmte andere Charaktere fest zugeordnet sind. Jeder hat andere Fähigkeiten wie pure Muskelkraft oder technisches Wissen, die bei den Encountern alternative Lösungswege freigeben.

Die Gruppe muss sich ihren Weg vom Startpunkt bis zum Licht auf dem Berg bahnen.

Auf der Reise gibt es ständig Begegnungen: entweder feindlicher Art wie Banditen, oder scheinbar friedliche Häuser, die geplündert werden können. Dem Spieler stehen hierbei pro Encounter bis zu vier Optionen frei zur Auswahl. So kann auch die Mentalität und Moral der Gruppe bestimmt werden. Lässt man sich von der Apokalypse so sehr beeinflussen, dass man zum herzlosen Killer wird? Und ist das Licht auf dem Berg letztendlich wirklich die Rettung?

Survival Aspekt

Auf der Reise gibt es einige Statusanzeigen, die über Leben und Tod der Gruppe bestimmen. Gesundheit, Hunger, Energie und Stimmung müssen sich die Waage halten. Passt man darauf nicht auf, kann es passieren, dass Gruppenmitglieder Selbstmord begehen oder vor Erschöpfung zusammenbrechen.

Das Spiel lässt sich in verschiedenen Schwierigkeitsstufen beschreiten. Schon auf „Normal“ ist es ziemlich knifflig, mehr als ein Gruppenmitglied am Leben zu erhalten, da die Vorräte äußerst knapp sind.

Zusätzlich können nützliche Items in Ruinen gefunden werden, die den Weg und die Statuspflege erleichtern. Etwa eine schusssichere Weste oder ein Seil. Diese können während einer Rast aus dem Inventar ausgerüstet werden. Jeder Charakter kann ein Kleidungsstück, einen Gegenstand und ein Schriftstück tragen.

Bewertung

Mich persönlich hat das minimalistische Game sofort gepackt. Beim ersten Versuch ist meine Gruppe gar nicht aus dem ersten Gebiet gekommen. Mittlerweile habe ich das Licht mehrmals erreicht, es aber nicht geschafft, dort aufgenommen zu werden. Ein hoher Wiederspielwert ist daher definitiv gegeben. Bisher waren auch immer wieder neue Encounter mit dabei, die in vorherigen Durchgängen nicht zur Auswahl standen. Ein Durchgang dauert etwas 15-25 Minuten.

Die 2D-Pixel-Grafik ist Geschmackssache, in diesem Fall aber sehr gut umgesetzt. Das ganze Game wirkt stimmig.

Musikalisch erklingen schaurige Melodien, welche die Endzeitstimmung passend untermalen und nicht repetitiv wirken.

Das Spielkonzept lässt sich mit Games wie 60 Seconds! vergleichen, die ebenfalls ein 2D-Storygame sind, bei denen textbasierte Entscheidungen visuell unterstützt werden, und verschiedene Ziele zu erreichen sind. Die Stimmung erinnerte mich an das unvollständige Dead Synchronicity – Tomorrow comes today von Daedalic Entertainment, bei dem ich mich ähnlich hilflos und beklemmend gefühlt habe.

Die Story fand ich großartig. Es ist nicht sicher, ob man gut oder böse sein soll, oder ob sogar das Licht oben auf dem Berg nicht nur eine Farce ist. Die verschiedenen Encounter tragen teilweise auch eine kurze Story in sich und lassen das Spiel so sehr lebendig und packend wirken.

Survive the Blackout hat keine besonders hohen Grafikanforderungen und dürfte auch auf schwachen Systemen spielbar sein. Für knapp 10€ ist das Game ein ansprechender Titel, aber fast etwas zu kurz.

Spielspaß
Grafik / Design
Musik
Steuerung
Innovation
Story
Reicht niedrige Hardware?
Durchschnitt:

Bildquelle:
  • eigene Screenshots aus dem Game

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